Hamburg – Dezember 2016 – Fashion

Trendwatch Fake Fur

Seit Ewigkeiten gilt echter Pelz als Statussymbol. In manchen Ländern ist das heute immer noch so. Doch Echtpelz wird immer häufiger debattiert. Mäntel aus Pelz sehen zwar schön aus und halten warm, aber an das Leid der Tiere wird dabei nicht gedacht! Heute trage ich und auch viele andere deswegen guten Gewissens Fake Fur: das ist nicht nur kuschelig warm, sondern sieht auch richtig gut aus.

Kunstpelz, heute Fake Fur genannt, gibt es bereits seit den 50er- Jahren. Doch bis vor wenigen Jahren führte er ein Nischendasein und hatte einen zweifelhaften Ruf als preisgünstiger Ersatz mit minderwertiger Qualität. Zudem ließ Kunstpelz in Bezug auf das Aussehen und die Haptik doch sehr zu wünschen übrig. Nun aber erlebt die Branche einen kompletten Imagewandel. Früher galt Fake Fur als Ramsch, heute ist es zweifellos modern. Das liegt größtenteils an Designern wie Stella McCartney und Labels wie Shrimps. Sie beweisen, dass man den gleichen Effekt auch mit Synthetikfasern erreichen kann, da die Technologie heute unglaublich weit fortgeschritten ist. McCartney gilt auch als Vorreiterin auf dem Gebiet des Tierschutzes in der Modebranche, da sie schon immer auf Leder verzichtet und für Echtpelz nichts übrig hat. Auch andere Teile der Branche verweigern sich. Selfridges in London und der Onlineshop Net-a-porter haben keine Echtpelz- Stücke mehr im Sortiment. Beide führen dagegen die Kollektionen von Shrimps. Auch Peek & Cloppenburg bietet gar keinen Echtpelz an, lediglich einige Lammfell-Teile. Ebenso verzichtet C&A komplett auf Echtfell. Es geht also auch ohne: Fake Fur ist längst eine ernstzunehmende Alternative – mit ähnlicher Optik und ähnlichen Eigenschaften.

Woraus wird Kunstpelz gemacht?

Kunstpelz besteht in der Regel aus Baumwolle, Polyester und Polyacryl-Fasern. Die Herstellung ist dabei sehr kompliziert. Polyacryl-Fasern werden in das Grundgewebe eines Gemisches aus Baumwolle und Polyester eingewebt. Ein Kleber verhindert dann, dass sie wieder ausfallen. Eine Sache, die zudem sehr anspruchsvoll ist und viele Arbeitsschritte benötigt, ist die Färbung der Haare. Häufig sollen die Wurzeln der Haare hell und die Spitzen dunkel sein, manchmal sogar dreifarbig. Am besten sind sie dann noch unterschiedlich lang, so wie beim Echtpelz.

Und wie können wir echten Pelz von Kunstfell unterscheiden?

Der Preis ist heute oft kein Indiz mehr. Gut gemachter Webpelz ist teuer. Ein paar feststellbare Unterschiede gibt es aber: während echter Pelz sich bereits bei einer leichten Brise im Wind bewegt, bleibt Kunstpelz starr. Richtig deutlich wird die Echtheit unter den Haaren: Pelz befindet sich auf der Haut des Tieres, Webpelz auf Gewebe. Aber auch das lässt sich manchmal nur schwer erkennen. Wenn ihr also sicher sein wollt, macht die Brennprobe an ausgerupften Härchen. Tierhaar riecht wie menschliches Haar, wenn es verbrennt, die Synthetikfasern riechen nach Plastik und schmelzen an der Spitze zusammen.

Welche Vorteile hat Kunstfell gegenüber Echtpelz?

Der größte Vorteil: das Tragen eines Fake Fur- Mantels ist politisch korrekt, denn es stirbt kein einziges Tier. Und was auch ganz praktisch ist: Kunstpelz ist leichter, lässt sich einfacher reinigen (zum Teil sogar in der Waschmaschine) und fängt im Gegensatz zu Tierfell bei Feuchtigkeit nicht an zu stinken. Dazu sieht er jünger und alltagstauglicher aus.

Letztendlich kauft man ja nicht nur wegen der Tiere. Der Spaß, das Aussehen, der gute Preis und der Überraschungseffekt kommen zusammen und bilden ein tolles Gesamtkunstwerk.

Gibt es Kunstfell- Trends?

Kunstfell muss farblich gar nicht mehr wie Echtpelz aussehen. Ein riesiger Trend sind Fake Fur- Jacken in Knallfarben. Die gibt es in den verschiedensten Varianten: mit kurzen oder langen Haaren, als Kurzjacke oder Mantel, in leuchtenden Farben oder doch etwas dezenter.

 

© shrimps.co.uk

© julesb.de

© zara.com

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© peek-cloppenburg.de

Wie steht ihr zu dem Thema? Wird ja in letzter Zeit häufig diskutiert und ich würde mich sehr über eure Meinungen und Kommentare freuen 🙂