Kreuzfahrt – Juli – Travel

Kreuzfahrt (Part 3): die Azoren, La Coruna, Gijòn und Bilbao

Tag 8

Am nächsten Tag sind wir auf der Insel Terceira in Praia da Vitória angekommen, die ebenfalls zu den Azoren gehört. Die Insel erhielt ihren Namen, da sie im 15. Jahrhundert als dritte Azoreninsel von den portugiesischen Seefahrern entdeckt wurde. Bei unserem heutigen Landausflug brachte der Bus uns zuerst zum Naturreservat am Monte Brasil mit zauberhafter Aussicht auf die Bucht. Das nächste Ziel war Angra do Heroismo, die Inselhauptstadt, deren Zentrum zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Leider haben wir dort nicht so viele Fotos gemacht, aber die Stadt konnte durchaus mit ihren Reizen punkten. Leider hatten wir auch nur eine gute halbe Stunde Zeit, bevor es weiter ging. Diese haben wir dann genutzt um möglichst viele Eindrücke zu sammeln und haben dementsprechend kaum Foto-Stopps eingelegt. Bei unserem Rundgang waren wir besonders von den hübschen weißen Häusern, den engen Gassen mit Kopfsteinpflaster, den vielen Kirchen und der malerischen Bucht angetan. Besichtigt haben wir die Kathedrale sowie den Stadtpark, der einem botanischen Garten gleicht. Ebenso haben wir uns den Regierungssitz angeschaut, der in einem früheren Palast untergebracht ist.

Auf dem Rückweg haben wir Halt in einem typisch portugiesischen Restaurant gemacht. Dort haben wir ein regionales Menü genossen. Als Vorspeise gab es eine Gazpacho. Eine kalte Gemüsesuppe, die es ja auch hier häufig zu Essen gibt im Sommer und die aus Tomaten, Gurken und Knoblauch besteht. Als Hauptgericht wurde Alcatra serviert. Dabei handelte es sich um mit Rotwein und Knoblauch mariniertes Rindfleisch. Das Fleisch wird über Stunden zerkocht und in einem Tontopf angereicht. Zum Dessert gab es portugiesischen Zimtkuchen. Es hat wirklich alles sehr gut geschmeckt und es war nett, mal in einem traditionellen portugiesischen Restaurant zu essen. Abseits vom Schiff haben wir nämlich eher selten gegessen.

Nach einer weiteren Fahrt durch die wunderschöne Landschaft sind wir zufällig im Ort Sao Sebastiao vorbei gekommen und wurden quasi zum Halt gezwungen. Die Fahrt durch die engen Gassen wurde nämlich durch das Dorffest und den damit verbundenen Umzug unterbrochen und der Bus konnte nicht mehr weiterfahren. Das war aber auch nicht weiter schlimm, weil wir so die einmalige Gelegenheit dazu hatten, dem Umzug beizuwohnen und der war wirklich einmalig. Die Dorfbewohner sind mit ihren ganzen Tieren in traditioneller Kleidung durch den Ort gezogen und wurden von Umzugswagen sowie Sängern und einer Musikkapelle begleitet. Ein tolles Erlebnis!

Tag 9 und 10

Nach dem wunderschönen Tag auf Terceira folgten zwei Seetage, bevor wir dann am elften Urlaubstag La Coruna, eine Stadt im Nordwesten Spaniens, erreichten.

Tag 11

La Coruna ist Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Galiciens. Wir kamen allerdings nicht dazu die Stadt zu besichtigen, da wir uns dazu entschlossen hatten, die Schlussetappe des Jakobsweges von Lavacolla bis nach Santiago de Compostela zu laufen. Ehrlich gesagt hatten wir erwartet zu erleben, was mehr als 150.000 Pilger, die ihn jedes Jahr beschreiten, am Jakobsweg fasziniert. Allerdings sind wir die zweieinhalb Stunden zwar mit unzähligen Pilgern, aber größtenteils keinen besonders schönen Weg gelaufen. Das hatte ich mir ehrlich gesagt anders und etwas beschaulicher vorgestellt. Der erste Teil des Weges war recht schön. Er führte durch teils bewaldete Landschaft bis zum Monte del Gozo, dem Berg der Freude. Von dort aus kann man das Ziel der Pilgerreise bereits erblicken: die Türme der Kathedrale von Santiago. Von dort aus ging es durch die kleine Ortschaft San Lazaro bis zum Ziel. Das klingt zwar idyllisch, aber größtenteils ging es an großen Straßen vorbei, bis man dann endlich im wirklich schönen Santiago de Compostela landete. Dort angekommen haben wir uns ausgiebig den Ort angeschaut und  lecker zu Mittag gegessen. Santiago ist wirklich sehenswert und schön. Viele alte Gebäude und kleine Gassen mit netten Restaurants und Cafés. Natürlich ist der Ort auch sehr überfüllt gewesen aufgrund der ganzen Pilger und anderer Schaulustiger, aber das hat dem Ganzen keinen Abbruch getan.

Tag 12

Gijón ist eine Hafenstadt in der spanischen Region Asturien. Die Stadt selbst haben wir uns nicht genau angeschaut. Stattdessen haben wir etwas die Region erkundet und sind entlang der Küste gefahren. Als Erstes stand das Küstenstädtchen Aviles auf dem Plan. Repräsentative Kaufmannshäuser und barocke Paläste bestimmen noch heute das Stadtbild. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Iglesia de San Francisco und die pittoresken Markthallen an der Placa Hermanos Obron. Gegenüber der Altstadt liegt das Centro Cultural Internacional, ein futuristisches Projekt des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer. Nach einem Rundgang durch Aviles sind wir zum Kap Penas, dem nördlichsten Punkt Asturiens, gefahren. Dort hat man einen herrlichen Ausblick auf die zerklüftete Steilküste. Die Rückfahrt führte vorbei an kleinen Fischerorten zurück zum Schiff. In einem dieser kleinen Orte machten wir Halt und schauten uns etwas genauer um. Nach dem kleinen Rundgang kehrten wir in einer Art Kneipe ein, in der man Cidre trinken konnte. In Portugal gibt es Cidre nicht in jedem Lokal, sondern nur in Cidrerias. Der Cidre dort ist extrem günstig und man bekommt grundsätzlich eine ganze Flasche hingestellt. Ich glaube, wir haben für die ganze Flasche nur 2,50€ gezahlt. Ich muss zugeben, dass der Cidre dort sehr gewöhnungsbedürftig geschmeckt hat und nicht unbedingt vergleichbar mit dem Cidre ist, den man aus Frankreich oder auch hierzulande aus dem Supermarkt kennt. Trotzdem war es auf jeden Fall die Erfahrung wert.

Tag 13

Am nächsten Tag sind wir leider schon in Bilbao angekommen. Leider ist natürlich relativ. Es war ein wundervoller Urlaub, der sich natürlich irgendwann dem Ende zuneigt. Aber in Bilbao hatten wir ja noch ein Nachprogramm gebucht. Nachdem wir bereits um fünf Uhr morgens angelegt hatten, haben wir unsere Koffer gepackt und sind ziemlich früh zum Frühstück gegangen. Die Ausschiffung wurde in Gruppen vorgenommen. Je nachdem, wohin die Leute fliegen mussten oder ob man auf eigene Faust noch weiter in Bilbao bleiben wollte, wurde man früher oder später zum Ausgang gebeten. Die Koffer wurden vorher schon abgeholt und von Bord gebracht. Da wir fast zur letzten aufgerufenen Gruppe gehörten, konnten wir ganz in Ruhe und ausgiebig das letzte Frühstück genießen, was wir natürlich auch taten. Als wir dann von Bord gingen, sind wir zuerst in die Altstadt (Casco Viejo) gefahren. Die Fahrt dauerte ungefähr 45 Minuten. Dort haben wir einen kleinen Rundgang gemacht. Im Anschluss haben wir das Guggenheim Museum besucht. Eine wirklich faszinierende Konstruktion und ein wahres Kunstwerk in sich! Mit deutschen Audioguides ausgestattet haben wir einen Einblick in die großartige Kunst gewonnen, die dort ausgestellt wird. Vor allem die Tulpen-Skulptur und der Puppy von Jeff Koons, zwei Außenkunstwerke, haben mir sehr gut gefallen. Ich liebe die Kunst von Jeff Koons aber sowieso, von daher war das weniger überraschend. Wirklich cool und so riesig. Wahnsinn!

Nach dem Guggenheim-Besuch sind wir erst einmal in’s Hotel gegangen. Das war praktischerweise genau gegenüber vom Museum und mit Blick auf das Museum. Also super gelegen. Es heißt Gran Hotel Domine Bilbao. Die Zimmer waren groß und modern eingerichtet und das Zentrum sowie die Altstadt waren bequem zu Fuß zu erreichen. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Zimmer sind wir dann noch einmal aufgebrochen und haben erst einmal in einem Shopping-Center Halt gemacht: dem Centro Comercial Zubiarte. Schließlich muss man ja auch noch ein paar Andenken besorgen 😛 Danach haben wir noch einen Marsch entlang des Flusses Nervión in die Altstadt gemacht, um dort den letzten Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen.

Tag 14

Am nächsten Morgen habe ich mit meiner Mami nochmal den SPA-Bereich aufgesucht und der Sauna einen Besuch abgestattet. Danach sind wir entspannt zum Frühstücken auf die Terrasse gegangen. Der Ausblick war wirklich phänomenal und die Terrasse selbst auch. Das wahre Highlight des Hotels. Gegen halb zwölf mussten wir dann leider schon aufbrechen und sind mit dem Shuttle zum Flughafen gefahren. Abends sind wir dann sicher in Hamburg gelandet. Etwas traurig, aber mit traumhaften Erinnerungen und Erlebnissen, die für immer einen Platz in meinem Herzen und in meinem Gedächtnis haben werden. Ein wahrhaft schöner Urlaub, in dem ich viele Sachen innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit gesehen habe. Damit findet meine Reihe jetzt ein Ende und ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Eindruck von meinen Erlebnissen vermitteln konnte.